Nachhaltigkeit - unsere Stärke seit 1905
Wer einen Familienbetrieb mit Einkauf, Produktion und Verkauf in vierter Generation führt, hat sich fast automatisch nachhaltig verhalten. Denn hatten die Vorfahren nicht mindestens den Erhalt des Betriebes auch in Notzeiten gemeistert, wäre das Unternehmen längst Geschichte.
Nachhaltigkeit als Tradition
Bereits vor mehr als dreißig Jahren wurde mit den ersten Vollwertbroten aus der Bäckerei Schüren der Anfang zu einer damals so noch nicht absehbaren Entwicklung gemacht. Unser Vollwert-Backprogramm entstand 1979 auf Initiative von Christel Schüren, der Mutter des heutigen Inhabers. Es stand der Gesundheitsaspekt im Vordergrund - die Bio-Zertifizierung war damals noch kein Thema und wurde erst in späteren Jahren umgesetzt. Man kann sagen, dass wir aus heutiger Sicht quasi Schritt für Schritt in die Nachhaltigkeit - hineingestolpert - sind.
Heute sind wir eine der ersten Bäckereien in Deutschland, deren gesamter Betrieb nach den Qualitäts-Richtlinien des Vereins Slow baking zertifiziert ist. Und das bedeutet für unsere Kunden: in traditioneller Backkultur mit natürlichen und hochwertigsten Rohstoffen hergestellte Backwaren - ohne industrielle Fertigmischungen, Beschleuniger und Tiefkühlprodukte aber dafür mit hochwertigen Rezepten und bestem Geschmack.
Wir setzen Maßstäbe im Geschmack - mit besten Backzutaten aus der Region
Als Handwerks-Bäckerei haben wir tiefe Wurzeln in der Region. Unsere Kunden, die Mitarbeiter/innen und wir stammen von hier. Wegen unserer frühen Festlegung auf ein breites und leckeres Bio-Vollwert-Backprogramm haben wir uns bereits vor Jahrzehnten nach Lieferanten in der Region umgetan. Denn Nähe ist aus unserer Sicht die beste Grundlage für Vertrauen. Und da wir lieber in Qualität als in lange Wege investieren, kommen heute Bio-Getreide und Bio-Kartoffeln vom Naturland-Hof Nau aus Solingen-Gräfrath. Unseren Bio-Dinkel und den Bio-Weizen beziehen wir vom Bioland-Hof Haus Holte aus dem grünen Ruhrgebiet mit Feldern in Witten, Bochum und Dortmund. Der Familienbetrieb Feiser liefert uns frischen Spargel und ebenso frische Erdbeeren aus Dormagen.
Da das wohl beste Olivenöl der Welt aus Griechenland kommt und das beste griechische Olivenöl wiederum von Lesbos von der Hildener Familie Jordan, beziehen wir es von dort. Übrigens auch in Bio-Qualität. Unsere Kaffeespezialitäten - aromatischer, fair gehandelter Bio-Kaffee - beziehen wir ausschließlich von GEPA. Deren Partner sind Produzenten in über 150 Genossenschaften und Vermarktungsorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika. GEPA steht seit rund 35 Jahren für einen sozialen und umweltverträglichen Handel und ist Europas größte Fair Handels-Organisation. Kaffee von GEPA - etwas anderes kommt bei uns nicht auf den Tisch. Ihr Bäcker Schüren ist übrigens die erste Bäckerei mit Filialen in Deutschland, die ausschließlich fair gehandelten Bio-Kaffee anbietet.
Noch ein Beispiel: um Abwechslung auch in die deutschen Stollen-Landschaft zu bringen, gibt es bei uns vor Weihnachten einen einzigartiges Geschmackserlebnis: Apfel-Calvados-Stollen. Den dazu unbedingt notwendigen Calvados beziehen wir vom Bio-Apfelbauern und Cidre-Kelterer Felix Platel aus der Nähe der französischen Stadt Eu. Den Bio-Calvados und andere flüssige Spezialitäten bieten wir in kleinen Mengen und nur vorübergehend in Flaschen auch unserer Kunden zum Kauf an.

- Gruppenbild am Fabry-Denkmal (stehend v. l. n. r.: Bastian Jordan, Dirk Liedmann, Dieter Nau, Corinna Nau, Michael Klaiber, Willi Feiser. Sitzend: Bernhard Pawliczek, Felix Platel, Roland Schüren)
Lieferanten, denen wir vertrauen:
Seit 1991 | für Bio-Roggen, Bio-Weizen, Bio-Kartoffeln: Naturlandhof Corinna Nau, Solingen |
Seit 2009 | für Bio-Dinkel, -Weizen, -Dinkel- und -Weizen-Auszugsmehl: Biolandhof Haus Holte, Witten |
Seit 2006 | für frische Erdbeeren und frischen Spargel: Landwirt Willi Feiser, Dormagen |
Seit 2004 | für Olivenöl und Bio-Olivenöl: Jordan Olivenöl, Hilden und Lesbos |
Seit 2009 | für Bio-Calvados, Bio-Cidre: Felix Platel, Eu / Normandie |
Seit 2006 | für Kaffee: GEPA Fairhandelshaus, Wuppertal |

- Die neuen Biomassekessel mit Holzpellet-Altbrot-Mischung
Spektakulär erfolgreich: Energiekonzept Backstube
Mit den heute realisierten Maßnahmen haben wir in der Backstube den CO2-Ausstoß bereits um 91 % und die benötigte Energie um knapp 50 % reduzieren können (Vergleich: Vorher-Nachher bezogen auf gleiche Herstellungsmengen). Dass unsere Backstube die erheblichen Mengen an Strom aus der Ökostrom-Erzeugung bezieht, versteht sich dabei von selbst.
In allen Ihr Bäcker Schüren-Filialen fließt Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Lediglich bei einem Standort ist der Bezug elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen wegen rechtlicher Vorgaben im Mietvertrag (noch) nicht realisiert. In den zwei im vergangenen Jahr umgebauten Filialen mit Laden-Backofen auch diese Ofenwärme zurück. Wir nutzen die zurück gewonnene Energie mittels Luft-Wärmepumpe zur Warmwasseraufbereitung, für die Spülmaschinen und in einem Fall auch für die wenig benötigte Heizung. Wir haben das Ziel, die erste Bäckerei in Deutschland zu sein, die sich mit CO2-neutraler Energie aus eigener Kraft versorgt. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Energie aus Abwärme und regenerativen Energien zu nutzen. Unsere Ideen dazu warten noch auf die technische Serienreife der nötigen Gerätschaften. Aber: wir bleiben dran!
Notwendige Mobilität umsichtig planen

- Unsere Erdgasflotte
Unsere 15 Filialen werden täglich mehrmals mit frischen Backwaren beliefert. Da kommen schnell ein paar Kilometer zusammen. Ihr Bäcker Schüren setzt bei den Fahrzeugen auf klimafreundlichen Erdgasantrieb. Diese Erdgasfahrzeuge stoßen ca. 25% weniger CO2 aus, als vergleichbare Diesel. Durch eine umsichtig ausgeklügelte Waren-Logistik sparen wir uns viele Wege sogar ganz.
Ausbildung: Heute die Zukunft gestalten

- Ausbilderin Irina Geng erklärt Azubi Erte Kartal den Nährwertbon
Das Bäckerhandwerk hat eine sichere, köstliche und gesunde Zukunft - das wissen wir bei Ihr Bäcker Schüren seit über 100 Jahren und bilden deswegen überdurchschnittlich gut und viel aus. Unsere Auszubildenden punkten nicht nur in unseren Filialen und in der Backstube, sondern sind ganz oft unter
den Besten ihres Jahrgangs. In 2010 konnte sogar ein Doppelerfolg in beiden Berufen gleichzeitig gefeiert werden! Das freut uns und macht uns stolz. Wer das Talent zu praktischen Dingen hat, braucht in der Theorie gelegentlich Unterstützung. Die Gemeinnützige Jugendwerkstatt Hilden (GJwH) hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsstätte entwickelt, und wir nutzen ihre Unterstützung gern. Die freundlichen und kompetenten Mitarbeiter halten einmal wöchentlich
in unseren Räumen Nachhilfestunden ab. So konnten wir schon so manchem in der Praxis guten Azubi auch über die schulischen Hürden der Fachtheorie helfen.
Verantwortlicher Umgang auch mit Altbrot
In jeder Bäckerei fällt unverkaufte Ware an. Bei uns ist die Menge Altbrot erfreulich gering: fast 60 % weniger als im Durchschnitt der Branche. Aber Brot ist und bleibt ein wertvolles und symbolträchtiges Nahrungsmittel und wird von uns mit besten Zutaten, viel Engagement und Energie hergestellt. Wir nutzen deswegen alle Möglichkeiten, dass unsere Backwaren auch ihrem gedachten Zweck dienen: der
Ernährung von Menschen. Erst wenn dies nicht mehr möglich ist, verwerten wir das Altbrot so, dass die Umwelt am wenigsten belastet wird. Übrigens benötigen wir in diesem Zusammenhang ihre Hilfe: Bitte haben Sie Verständnis, wenn am Nachmittag oder am frühen Abend ihre Lieblingsbrotsorte mal ausverkauft sein sollte. Probieren sie stattdessen doch die empfohlene Alternative unsers Verkaufsteams. So können wir die Retourenquote weiter senken und sie entdecken vielleicht eine weitere Lieblingssorte Brot für sich.

- Ecocare-Trophäe mit Betriebsleiter Michael Wipperfürth und Roland Schüren (Foto: Messe Düsseldorf/Constanze Tillmann)
Gute Ideen nachhaltig entwickeln
Niemand ist so klug wie wir alle zusammen. In diesem Sinn nutzen wir das Wissen von Experten und schaffen damit gemeinsam ganz neue Anwendungen wie z. B. beim Energiekonzept Backstube. Weil der Umgang mit Energie für uns alle wichtig ist, lassen wir andere Handwerksbäckereien an unserem Know-how teilhaben. Mit der Folge, dass neben vielen deutschen Bäckern auch solche aus den USA, England, Österreich, Polen und Schottland unsere Backstube und die dort eingesetzte Technologie besichtigt haben. Wir sind uns sicher, dass diese Offenheit auch uns irgendwann einmal nutzen wird.
Bestätigung
Wir freuen uns, dass Ihr Bäcker Schüren im September 2010 mit dem internationalen Nachhaltigkeitspreis ECOCARE-Award 2010 in der Kategorie Technik/Prozess ausgezeichnet wurde. Wir setzten uns bei rund 100 Bewerbungen gegen nationale und internationale Konzerne überzeugend durch. Aber ungleich wichtiger ist, dass das Nachhaltigkeits-Streben von unseren Kunden tagtäglich bestätigt wird. Sie kaufen bei uns ein und nur durch diesen Erfolg werden weitere Optimierungen möglich. Danke für dieses Vertrauen!
Nachhaltigkeit
Über den Begriff der Nachhaltigkeit:
- Seinen Ursprung hat der Begriff Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft und meint, dass in einem Wald in einer Generation nur so viel Holz entnommen wird, wie in der gleichen Zeit nachwächst. Ziel ist es, auch der nächsten Generation eine Existenz zu ermöglichen. Dieses Prinzip lässt sich überall dort erfolgreich anwenden, wo nachwachsende Ressourcen auch für kommende Generationen nutzbar sein sollen. Also auch bei uns. Soweit die Theorie.
Nutzung von Altbrot bei Ihr Bäcker Schüren:
- - Brot vom Vortag wird mit einem Preis-Nachlass von 20% angeboten.
- - Tafeln decken täglich kostenfrei ihren Bedarf für Bedürftige.
- - Aus einem Teil der dafür geeigneten Brote wird Paniermehl hergestellt.
- - Die Energie in den verbleibenden Restmengen Altbrot wird direkt vor Ort und zu 100 % für die Herstellung neuer Backwaren in unseren neuen Biomasse-Heizkessel unserer Backöfen genutzt. Diese Verwertung erfordert keinen zusätzlichen Energie-Eintrag und spart sogar noch Holz-Pellets bei der Beheizung der Backöfen.
- - Ein professioneller Tierfutterhersteller holt z.B. Teilchen- und Kuchenreste ab.






